Schweigen und Beten
mitten in der Welt
Die Zukunft des Menschen hängt davon ab, ob er wieder lernt zu schweigen, sich zu sammeln, seiner selbst mächtig zu werden, Abstand zu gewinnen, den Sinn der Vorgänge zu sehen, nicht aus dem Gedränge der Vorteile und Parolen, sondern aus dem Wesen der Dinge heraus zu entscheiden.
Romano Guardini (1885-1968)
Zwei Ordensgemeinschaften unter einem Dach
Seit Pfingsten 2026 befinden sich im Erzbistum Berlin zwei Ordensgemeinschaften unter einem Dach: der Karmel Regina Martyrum und vier Schwestern der Kongregation der Helferinnen. Diese bewohnen eine eigene Etage des Klostergebäudes der Karmelitinnen mit separatem Eingang.
Beide Gemeinschaften haben sich in einem intensiven Prozess für diesen Schritt entschieden, wobei beide weiterhin ihr eigenes Charisma leben und zugleich gemeinsam auf dem Weg sind.
Durch das Miteinander der karmelitanischen und ignatianischen Spiritualität wird auch der Ort der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum gestärkt.
Während der Lebens- und Arbeitsbereich der Karmelitinnen das Kloster ist, gehen die Schwestern der Kongregation der Helferinnen Berufen in der Pastoral, der sozialen Arbeit und der Psychotherapie nach. Beide Gemeinschaften verbindet jedoch, dass sie aus Gebet und Stille heraus ihren Alltag gestalten und die Nöte der Menschen ins Gebet bringen. Gemeinsam wollen sie durch ihre Präsenz ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität mit den Menschen sein.
Pressemitteilung des Erzbistums Berlin
Impuls für den Tag
9. Juni 2026
Es gibt viele Freuden in Gottes Welt,
nur muss man sich auf das Suchen verstehen.
(Søren Kierkegaard)
Gottesdienstzeiten für Dienstag
7:00 Uhr - Morgenlob (Laudes) | 18:00 Uhr - Abendlob (Vesper) | 18:30 Eucharistiefeier
Aktuell:
Kloster
Der Karmel Regina Martyrum ist ein kontemplatives Kloster in der Großstadt Berlin. Seit seiner Gründung 1984, direkt neben der Gedenkkirche, leben, arbeiten und beten hier Karmelitinnen.
Mehr erfahren ...Haus der Stille
Einzelpersonen und kleine Gruppen, die Stille und Einkehr suchen, können für einige Tage in unserem Haus der Stille mit zehn Einzelzimmern und einem begehbaren Labyrinth zu Gast sein.
Mehr erfahren ...Gedenkkirche
„Maria Regina Martyrum“ ist die Gedenkkirche der deutschen Katholiken für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Schwestern laden hier zu Gottesdienst, Gebet, Gedenken und Führungen ein.
Mehr erfahren ...Der Kloster Laden.
Der Klosterladen bietet eine reiche Auswahl an Büchern, Musik, Karten, Devotionalien, diversen Geschenkartikeln und als Besonderheit Kerzen für jeden Anlass aus der eigenen Kerzenwerkstatt.
Mehr erfahren ...Schwesternportrait
Sr. Teresia Benedicta
Es war vor allem die Sehnsucht nach Gott, die mich nach meinem Medizinstudium in die Gemeinschaft des Berliner Karmel führte, und die Offenheit, die mir durch die Schwestern hier entgegenkam. Diese Sehnsucht nach Gott, sei sie bewusst oder unbewusst, trägt jede und jeder in sich. Sie mit anderen zu teilen, darin liegt eine Chance und Herausforderung für uns Schwestern. Weiterlesen ...
Sehnsucht nach Gott
Wenn Menschen nach dem Warum unseres Lebens, unseres Daseins fragen, gibt es für mich nur bruchstückhafte, keine fertigen Antworten.
In unser „Haus der Stille“ kommen immer wieder Jugendliche, Schülerinnen und Schüler verschiedener Konfession oder solche, die sich ausdrücklich als Atheisten bezeichnen. Zum Kennenlernen des Klosters gehört jedes Mal ein Gespräch mit einer Schwester. Die Fragen dieser jungen Menschen nach Gott fordern uns heraus, und ihr ehrliches Interesse an unserem so anderen Leben lässt uns davon überzeugt sein: Sie nehmen etwas für ihr Leben mit.
Eine Schülerin schreibt in unser Gästebuch: „Ich glaube, den Weg zur Stille gefunden zu haben.“
Und ein Schüler: „Ich denke, dass der Tag im Kloster meine Perspektiven erweitert hat und ich mir ein differenzierteres Bild von der Kirche schaffen kann. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken, und ich wünsche mir, dass jeder Gottes Wege zu erkennen vermag, der es sich von Herzen wünscht.“
Eine Schülerin: „Sie verdienen meinen tiefen Respekt für das Leben, welches Sie hier führen. Ich würde die Ruhe nicht lange aushalten. Ich brauche mein chaotisches Berlin. Vielen Dank für den interessanten Einblick. Vielleicht sehen wir uns bald wieder; vielleicht als Schwestern, wer weiß.“
Etwas von der Sehnsucht habe ich versucht, in einem eigenen Gedicht ins Wort zu bringen, anlässlich meiner Ewigen Profess 2005:
Du, der Du da bist
verborgen
in der Wüste meines Lebens
offenbare deinen Namen
sprich zu mir
Dein Wort der Liebe
Du, der Du da bist
verborgen
im tiefsten Dunkel meiner Nacht
offenbare Deinen Namen
führe mich
den Weg ins Weite
Du, der Du da bist
verborgen
im Dornbusch meiner Sehnsucht
offenbare Deinen Namen
lass mich erkennen
wer Du bist
Sr. Teresia Benedicta