Konvent

Unser Schwesternkonvent möchte mitten in der pulsierenden Großstadt Berlin den Reichtum der Stille und des Gebetes mit allen Menschen teilen.


Wir sind eine Gemeinschaft von elf Schwestern im Alter zwischen 38 und 89 Jahren. Wir sind gebürtig aus verschiedenen Regionen Deutschlands, von Hamburg bis Bayern, vom Ruhrgebiet bis nach Sachsen. Vor dem Eintritt ins Kloster haben wir verschiedene Berufe und Tätigkeiten ausgeführt – als Lehrerin, Journalistin, Ärztin… Uns verbindet die Suche nach Gott, der jede von uns auf ganz verschiedenen Wegen in diese Gemeinschaft gerufen hat.

Quelle des Lebens – bei Dir…
nirgendwo sonst ist also Leben zu finden als bei Dir, der Quelle, der unversiegbaren, übersprudelnden, klaren, unerschöpflichen Quelle.
Diese Quelle des Lebens ist bei Dir, Du selbst bist dieses Leben und alles, was Leben hat, jegliches Leben entströmt aus Dir. Leben ist nicht nur Existieren, sondern Dir-Entströmtsein und doch in Deinem Lebensstrom verbleiben.
Diese Lebensquelle quillt aus Dir, strömt weg von Dir hin zu den Menschen, zu uns… und wenn wir in die Bewegung der Quelle einsteigen, empfangen wir Leben, das unser Leben wird, das aber nur dann unser Leben wird, wenn wir bereit sind, mitzuströmen, uns dieser unermüdlichen und unerschöpflichen Quelle anzuvertrauen und mit ihr zusammen unser Leben wegzugeben, für die Menschen, ihnen aus der Quelle des Lebens Leben zu werden. (Sr. Gemma Hinricher)

Texte von Sr. Gemma Hinricher

Die Anfänge unseres Klosters liegen im Karmel Dachau, von wo aus 1982 mehrere Schwestern nach Berlin aufgebrochen sind und 1984 das neu gebaute Kloster neben der Gedenkkirche „Maria Regina Martyrum“ im Berliner Stadtteil Charlottenburg bezogen. Die erste Priorin, Sr. Gemma Hinricher (1932 – 1990), erste Preisträgerin des Romano-Guardini-Preises, hat den Berliner Karmel durch ihre Persönlichkeit stark geprägt.

Unser Lebensschwerpunkt liegt im Kloster mit der benachbarten Gedenkkirche. Hier gehen wir Schwestern einen Weg der Gottsuche, sowohl jede für sich als auch als Gemeinschaft. Unser Lebensrhythmus ist vom Gebet bestimmt, das den Tag vom Morgen bis zum Abend wie ein roter Faden durchzieht. Äußerlich sichtbar wird das an den gemeinsamen Gebetszeiten in der Krypta der Gedenkkirche und in den beiden Stunden der persönlichen Gebetszeit, die jede Schwester am Tag hat. Das Schweigen ist für uns ein wichtiger Bestandteil, der hilft, in Einklang mit Gott, sich selbst und den Mitmenschen zu kommen. Den Reichtum der Stille und des Gebets wollen wir mit anderen Menschen teilen. Das wird erfahrbar in unserem „Haus der Stille“ oder in der persönlichen Begleitung von Menschen auf ihrem Lebensweg oder in verschiedenen spirituellen Angeboten.

Einen Beitrag zu unserem Lebensunterhalt bieten das Verzieren von Kerzen, unser Klosterladen mit seinem reichen Angebot und die Gäste in unserem „Haus der Stille“. Außerdem gibt es zahlreiche Menschen, die uns helfen, dass wir hier leben können – entweder finanziell oder aber durch andere Formen von Unterstützung.


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Schwesternportrait

Sr. Teresia Benedicta

Es war vor allem die Sehnsucht nach Gott, die mich nach meinem Medizinstudium in die Gemeinschaft des Berliner Karmel führte, und die Offenheit, die mir durch die Schwestern hier entgegenkam. Diese Sehnsucht nach Gott, sei sie bewusst oder unbewusst, trägt jede und jeder in sich. Sie mit anderen zu teilen, darin liegt eine Chance und Herausforderung für uns Schwestern. Weiterlesen ...

Sehnsucht nach Gott

Wenn Menschen nach dem Warum unseres Lebens, unseres Daseins fragen, gibt es für mich nur bruchstückhafte, keine fertigen Antworten.

In unser „Haus der Stille“ kommen immer wieder Jugendliche, Schülerinnen und Schüler verschiedener Konfession oder solche, die sich ausdrücklich als Atheisten bezeichnen. Zum Kennenlernen des Klosters gehört jedes Mal ein Gespräch mit einer Schwester. Die Fragen dieser jungen Menschen nach Gott fordern uns heraus, und ihr ehrliches Interesse an unserem so anderen Leben lässt uns davon überzeugt sein: Sie nehmen etwas für ihr Leben mit.

Eine Schülerin schreibt in unser Gästebuch: „Ich glaube, den Weg zur Stille gefunden zu haben.“
Und ein Schüler: „Ich denke, dass der Tag im Kloster meine Perspektiven erweitert hat und ich mir ein differenzierteres Bild von der Kirche schaffen kann. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken, und ich wünsche mir, dass jeder Gottes Wege zu erkennen vermag, der es sich von Herzen wünscht.“
Eine Schülerin: „Sie verdienen meinen tiefen Respekt für das Leben, welches Sie hier führen. Ich würde die Ruhe nicht lange aushalten. Ich brauche mein chaotisches Berlin. Vielen Dank für den interessanten Einblick. Vielleicht sehen wir uns bald wieder; vielleicht als Schwestern, wer weiß.“

Etwas von der Sehnsucht habe ich versucht, in einem eigenen Gedicht ins Wort zu bringen, anlässlich meiner Ewigen Profess 2005:

Du, der Du da bist
verborgen
in der Wüste meines Lebens
offenbare deinen Namen
sprich zu mir
Dein Wort der Liebe

Du, der Du da bist
verborgen
im tiefsten Dunkel meiner Nacht
offenbare Deinen Namen
führe mich
den Weg ins Weite

Du, der Du da bist
verborgen
im Dornbusch meiner Sehnsucht
offenbare Deinen Namen
lass mich erkennen
wer Du bist

Sr. Teresia Benedicta

Wer suchet, der findet!

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Die Geduld
erlangt alles.

Wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.