Plötzenseer Tage 2023

Ökumenische Plötzenseer Tage 2023

  • Sonntag 22. Januar 2023 | 09:30 Uhr - Samstag 4. Februar 2023 | 10:00 Uhr
  • Ev. Gedenkkirche Plötzensee und Kath. Gedenkkirche Maria Regina Martyrum

Jedes Jahr um den 23. Januar (Todestag von Helmuth James von Moltke), den 27. Januar (Holocaust-Gedenktag) und den 2. Februar (Todestag von P. Alfred Delp SJ) werden in der Gedenkregion Plötzensee die Ökumenischen Plötzenseer Tage begangen.
Knapp 3000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in der Hinrichtungsstätte Plötzensee von den Nationalsozialisten umgebracht. Viele von ihnen waren politische Gegner des Regimes. Vom 22. bis 4. Februar 2023 erinnern die Ökumenischen Plötzenseer Tage an die Opfer des Nationalsozialismus, besondere Widerstandskämpfer – und einen Kämpfer für den Frieden.

PROGRAMM:

Sonntag, 22. Januar 2023
9:30 Uhr Evangelischer Gottesdienst zum Shoa-Gedenken
mit Konfirmandinnen und Konfirmanden
Ort: Evangelische Gedenkkirche Plötzensee
10:00 Uhr Gedenkgottesdienst für Nikolaus Groß mit der KAB
Ort: Gedenkkirche Maria Regina Martyrum*


Donnerstag, 26. Januar 2023
18:30 Uhr Jüdisch-Christliches Friedensgebet
mit Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Lutz Nehk (Beauftragter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit im Erzbistum Berlin) und Pfarrerin Marion Gardei (Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO)
Ort: Gedenkkirche Maria Regina Martyrum
19:30 Uhr Vortrag Prof. Dr. Andreas Nachama
Das Jahr 1933 und seine Folgen – Der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft vor 90 Jahren
Prof. Dr. Andreas Nachama (Geboren 1951 in Berlin) ist Historiker, Publizist und Rabbiner. Er war u.a. Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er ist Rabbiner der Synagoge Sukkat Schalom (seit 2000) und im Präsidium der Stiftung “House of One” (seit 2015)
Ort: Evangelische Gedenkkirche Plötzensee


Donnerstag, 2. Februar 2023
19:00 Uhr Klang RAUM
Psalmen – Musik – Stille
mit Texten von P. Alfred Delp SJ
Benedikt Reidenbach – Gitarre
Ort: Gedenkkirche Maria Regina Martyrum


Samstag, 4. Februar 2023
10:00 Uhr Führung auf dem “Pfad der Erinnerung”
Start: Sühne-Christi-Kirche (Toeplerstr. 1, 13627 Berlin)
Schwerpunkt: Helmuth James von Moltke (ermordet in Plötzensee am 23.1.1945) und Alfred Delp (ermordet in Plötzensee am 2.2.1945)
Der Weg führt über über die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum und die Evangelische Gedenkkirche PLötzensee zur Gedenkkirche Plötzensee
Dauer ca. 3,5 Stunden
Anmeldung: Bitte bis 1.2.2023 bei: E-Mail schreiben oder Tel. 394 24 88 (AB)


Plötzenseer Tage 2023 (pdf/143 KB)


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Schwesternportrait

Sr. Mirjam

Seit der Gründung unseres Klosters, dem Karmel Regina Martyrum, 1984, lebe ich hier, neben der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. Dieser Ort, angebunden an den geschichtsbeladenen Ort in der Nähe, Plötzensee, war mir von Anfang an eine Herausforderung. Weiterlesen ...

Dieser Ort birgt ein Geheimnis.

Dieser Ort birgt ein Geheimnis; das erlebe ich, wenn ich allein in unserer Kirche bin, um einen Gottesdienst vorzubereiten, beim Schmücken der Kirche mit Blumen, wenn wir Gottesdienst feiern, am Werktag in der Krypta oder am Sonntag mit der großen Gottesdienstgemeinde in der Oberkirche oder wenn ich Einzelne und Gruppen begleite, die die Gedenkkirche besuchen.

Unsere Kirche bietet einen Raum an, jenseits von Erwartetem. Oft ist der Besucher zuerst einmal sprachlos, und ich teile diese Sprachlosigkeit immer wieder neu, angesichts des Ortes mit allem, was seine Architektur und Kunst vermitteln.

Ein Raum des Erinnerns an Dunkles und Lichtes tut sich auf. Alles, was ich mitbringe, hat Platz. Jedes Anliegen, jede Bitte kann ich bei der Pietà in der Krypta mit dem Entzünden einer Kerze ablegen. Bei vielen Besuchern erlebe ich eine tiefe Dankbarkeit und ein großes Vertrauen, dass wir Schwestern ihre Sorgen, hier an diesem Ort, mit in unsere Fürbitte hineinnehmen.

In der Oberkirche lädt mich das große Altargemälde von Georg Meistermann ein, Gottes Verheißung zu trauen.

So ist diese Kirche, neben der ich leben darf – mit der ich lebe – für mich immer mehr zu meinem Ort geworden – ein spiritueller Ort der Stille, des Gebetes – ein Ort des Gedenkens und Erinnerns – auch ein ökumenischer Ort, denn unsere gelebte Ökumene hier baut auf der Ökumene der Märtyrer von Plötzensee auf. Unsere Gedenkkirche ist ein Ort der Begegnung für viele: Christen und Nichtchristen, für Glaubende und Nichtglaubende, für Menschen aus verschiedenen Kulturen, für Kunstinteressierte und Geschichtskundige, für Junge und Alte.

Ich erlebe, wie junge Menschen die Botschaft dieses Ortes verstehen, sie ahnen das Unverstehbare, das die Kunst anschaulich macht. Sie begegnen hier Vergangenem, auch dann, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt – und sie begegnen gleichzeitig Gegenwärtigem. Mahnende Erinnerung kann zur wachen Verantwortung werden. So stärkt dieser Ort. Für mich ist es ein Hoffnungsort. Er hilft mir und vielen, die hierherkommen, den Verheißungen Gottes heute zu trauen.

Sr. Mirjam Fuchs OCD

Wer suchet, der findet!

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Die Geduld
erlangt alles.

Wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.