Plötzenseer Tage 2019

Ökumenische Plötzenseer Tage 2019


Jedes Jahr um den 23. Januar (Todestag von Helmuth James von Moltke) und den 27. Januar (Holocaust-Gedenktag) werden in der Gedenkregion Plötzensee die Ökumenischen Plötzenseer Tage begangen.
Knapp 3000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in der Hinrichtungsstätte Plötzensee von den Nationalsozialisten umgebracht. Viele von ihnen waren politische Gegner des Regimes. Vom 20. bis 27. Januar 2019 erinnern die Ökumenischen Plötzenseer Tage an die Opfer des Nationalsozialismus, besondere Widerstandskämpfer – und einen Kämpfer für den Frieden.

PROGRAMM:

Gedenkgottesdienst für Nikolaus Groß mit der KAB
Sonntag, 20. Januar 2019 | 10:00 Uhr Gedenkkirche Maria Regina Martyrum


“Martin Luther King Jr. – I have a dream”
eine Multimedia-Mitmach-Show
Freitag, 25. Januar 2019 | 18:00 Uhr
Ort: Evangelische Gedenkkirche Plötzensee

Martin Luther King, 1968 im US-Bundesstaat Tennessee ermordet, wäre im Januar 2019 90 Jahre alt geworden. In Bildern, Filmdokumenten und Schauspielszenen zeichnet die Show das Wirken des Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers nach.
Das Publikum wird Teil der Show
Die Zuschauer sind dabei selbst Teil der Handlung: Sie erhalten am Eingang einen Briefumschlag mit einem Originalzitat einer Person und lesen es an entsprechender Stelle der Show vor. So finden Sie sich plötzlich in der Rolle eines Busfahrers, Polizisten oder Demonstranten wieder.
Der Abend bietet die Chance, sich im Sinne der Jahreslosung “Suche Frieden und jage ihm nach“ zum Friedensanstifter inspirieren zu lassen. In interaktiver Art und Weise setzt er sich außerdem mit Diskriminierung, Rechtsextremismus und der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den USA auseinander.



Gottesdienst mit Konfirmandinnen und Konfirmanden am Holocaust-Gedenktag
Sonntag, 27. Januar 2019 | 10:00 Uhr Ev. Gedenkkirche Plötzensee

Plötzenseer Tage 2019 (pdf/206 KB)


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Schwesternportrait

Sr. Mirjam

Seit der Gründung unseres Klosters, dem Karmel Regina Martyrum, 1984, lebe ich hier, neben der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. Dieser Ort, angebunden an den geschichtsbeladenen Ort in der Nähe, Plötzensee, war mir von Anfang an eine Herausforderung. Weiterlesen ...

Dieser Ort birgt ein Geheimnis.

Dieser Ort birgt ein Geheimnis; das erlebe ich, wenn ich allein in unserer Kirche bin, um einen Gottesdienst vorzubereiten, beim Schmücken der Kirche mit Blumen, wenn wir Gottesdienst feiern, am Werktag in der Krypta oder am Sonntag mit der großen Gottesdienstgemeinde in der Oberkirche oder wenn ich Einzelne und Gruppen begleite, die die Gedenkkirche besuchen.

Unsere Kirche bietet einen Raum an, jenseits von Erwartetem. Oft ist der Besucher zuerst einmal sprachlos, und ich teile diese Sprachlosigkeit immer wieder neu, angesichts des Ortes mit allem, was seine Architektur und Kunst vermitteln.

Ein Raum des Erinnerns an Dunkles und Lichtes tut sich auf. Alles, was ich mitbringe, hat Platz. Jedes Anliegen, jede Bitte kann ich bei der Pietà in der Krypta mit dem Entzünden einer Kerze ablegen. Bei vielen Besuchern erlebe ich eine tiefe Dankbarkeit und ein großes Vertrauen, dass wir Schwestern ihre Sorgen, hier an diesem Ort, mit in unsere Fürbitte hineinnehmen.

In der Oberkirche lädt mich das große Altargemälde von Georg Meistermann ein, Gottes Verheißung zu trauen.

So ist diese Kirche, neben der ich leben darf – mit der ich lebe – für mich immer mehr zu meinem Ort geworden – ein spiritueller Ort der Stille, des Gebetes – ein Ort des Gedenkens und Erinnerns – auch ein ökumenischer Ort, denn unsere gelebte Ökumene hier baut auf der Ökumene der Märtyrer von Plötzensee auf. Unsere Gedenkkirche ist ein Ort der Begegnung für viele: Christen und Nichtchristen, für Glaubende und Nichtglaubende, für Menschen aus verschiedenen Kulturen, für Kunstinteressierte und Geschichtskundige, für Junge und Alte.

Ich erlebe, wie junge Menschen die Botschaft dieses Ortes verstehen, sie ahnen das Unverstehbare, das die Kunst anschaulich macht. Sie begegnen hier Vergangenem, auch dann, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt – und sie begegnen gleichzeitig Gegenwärtigem. Mahnende Erinnerung kann zur wachen Verantwortung werden. So stärkt dieser Ort. Für mich ist es ein Hoffnungsort. Er hilft mir und vielen, die hierherkommen, den Verheißungen Gottes heute zu trauen.

Sr. Mirjam Fuchs OCD

Wer suchet, der findet!

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Die Geduld
erlangt alles.

Wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.