BERLIN-PLÖTZENSEE
Der Karmel Regina Martyrum wurde neben der Gedenkkirche für die
Opfer des Nationalsozialismus gegründet, nicht weit von der
ehemaligen Hinrichtungsstätte Plötzensee entfernt. Der Ort
fordert dazu heraus, die Erinnerung an die dunkelste Periode unserer
Vergangenheit wachzuhalten und sensibel zu werden für heutige
Formen von Intoleranz und Diskriminierung, nicht zuletzt sensibel zu
werden für die Mitmenschen, die unsere Teilnahme brauchen.
Die Bereitschaft, vergangenes Leid und die täglich neu begegnenden
Leiden so vieler Menschen an sich heranzulassen, gründet in der
Offenheit gegenüber Gott und in einer lebendigen Beziehung zu
Jesus Christus. So verstehen die Berliner Karmelitinnen ihr Leben in
einem umfassenden Sinn als Fürbitte. Auch die vielfältigen
Formen der Begegnung und des Gespräches, für die ein Kloster
in der Großstadt der Ort ist, führen immer wieder zu dieser
Mitte:
vor Gott zur Sprache zu bringen, was Menschen bewegt, und dies
auch gemeinsam mit allen zu tun, die mit uns beten wollen.