"Die Kirche in Deutschland ist nicht verloren, solange das Vermächtnis von Plötzensee in den Herzen brennt, dies zu zeigen, war Sinn des Katholikentages", sagte der Präsident des 78. Deutschen Katholikentages 1958, Dr. Anton Roesen, vor etwa 130.000 Gläubigen im Olympiastadion auf der Abschlussveranstaltung. (78. Deutscher Katholikentag Berlin, S. 371)
Wenige Tage zuvor gab es auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses Plötzensee eine Gedächtnisfeier für die Opfer der Hitlerdiktatur. Drei bis viertausend Widerstandskämpfer wurden im dortigen Hinrichtungsschuppen zwischen 1933 und 1945 ermordet. Etwa 30.000 Männer nahmen an dieser Gedächtnisfeier teil. Sie legten das Gelöbnis ab, für die Ermordeten eine Gedenkkirche in der Nähe von Plötzensee zu erbauen.
"Die Katholiken Deutschlands gedenken auf dem 78. Deutschen Katholikentag 1958 in Berlin in Dankbarkeit und Ehrfurcht aller Christen, die um der Glaubens- und Gewissensfreiheit willen ihr Leben als Opfer hingegeben haben. (...) Wir danken den Blutzeugen, dass sie in der Dunkelheit, da Misstrauen und Hoffnungslosigkeit und Hass ihre Stunde hatten, Vertrauen, Hoffnung und Liebe aus christlichem Geist durch ihr Opfer bezeugt haben. Die Katholiken Deutschlands werden zum unvergänglichen Gedächtnis an das Opfer der Blutzeugen die Kirche "Maria Regina Martyrum" erbauen." (78. Deutscher Katholikentag Berlin, S. 335)